Liebe Bürgerinnen und Bürger!
Immer wieder neu wollen wir lernen, dass sich das, was sich am 9. November 1938 ereignete, nicht wiederholen darf.
Wie in vielen anderen Orten Deutschlands wurde auch in Ruppichteroth die Synagoge in der Wilhelmstraße in Brand gesteckt. Dies war der sichtbare Auftakt zur fürchterlichen Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Minderheit in Deutschland und so auch in Ruppichteroth. Dabei handelte es sich bei dieser Minderheit um Deutsche, die ihr Deutschland und auch ihr Ruppichteroth liebten, nur, dass sie etwas Anderes glaubten als die Mehrheit.
Die Erinnerung an die Reichspogromnacht ist ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen und gegen Gleichgültigkeit. Wir erinnern an die Opfer, an zerstörtes Leben und an für immer vernichtete Kulturgüter. Gerade angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen wird deutlich, wie wichtig dieses Erinnern bleibt. Der Krieg in der Ukraine, die anhaltende Gewalt im Nahen Osten und die damit verbundenen menschlichen Schicksale zeigen uns, dass Frieden, Menschenrechte und der Schutz der Würde jedes Menschen keine Selbstverständlichkeit sind. Auch der zunehmende Antisemitismus in Deutschland macht deutlich, dass wir aus der Geschichte Verantwortung für die Gegenwart übernehmen müssen. Gedenken bedeutet deshalb nicht nur, zurückzublicken, sondern auch heute wachsam zu sein, Haltung zu zeigen und jeder Form von Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten.
Um uns allen diese wichtige Aufgabe bewusst zu machen, laden wir Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ruppichteroth ein zu einem
Schweigemarsch
am Montag, den 9. November 2026.
Wir treffen uns um 18:00 Uhr in der katholischen Kirche in Ruppichteroth zu einer kurzen Einführung. Anschließend beginnt um ca. 18:30 Uhr der Schweigemarsch entlang den ehemaligen Häusern von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, vom Burgplatz über die Marktstraße, entlang der Wilhelmstraße bis zu dem ehem. Haus der Familie Gärtner (Wilhelmstr. 17). Dort wird in einem Kurzvortrag über die Schicksale dieser Familie informiert.
Danach gehen wir gemeinsam zur ehemaligen Synagoge in der Wilhelmstraße wo mit der Kranzniederlegung und einem Gebet der Schweigemarsch beendet wird.
Organisation: Die Gemeinde Ruppichteroth, in Zusammenarbeit mit bilderbuch-ruppichteroth.de (Wolfgang Eilmes) und den beiden Kirchengemeinden.
Es laden ein:
Der Bürgermeister
Der Bürgerverein Ruppichteroth
Die Katholische Kirchengemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde


