Kalkbrennerei

Kalkbrennerei Ruppichteroth Guenter Benz

Zwei devonische Kalkriffe bildeten die Grundlage für die intensiv betriebene Kalkbrennerei in der Region um Schönenberg und Ruppichteroth. Der älteste Hinweis auf diesen -neben dem Bergbau- bedeutendsten Erwerbszweig unserer Gemeinde findet sich in einem Mirakelbuch des 12. Jahrhunderts. Weitere Erwähnung findet die Kalkbrennerei in Urkunden des 16. und 17. Jahrhunderts. (Foto: Günter Benz)

Zur Befeuerung der Kalköfen waren riesige Mengen Holz erforderlich. Der daraus resultierende Raubbau an unseren Wäldern führte im 18. Jahrhundert zu heftigen Auseinandersetzungen und Prozessen zwischen den Kalkbrennern, den Schmelzhütten-Betreibern und den Bauern.
Eine letzte bedeutende Phase der Kalkbrennerei setzte mit Einführung des ersten mit Kohle befeuerten Ofens im Jahre 1838 in Herrenbröl ein. In wenigen Jahren wurden 15 neue Öfen gebaut. Allein zwischen 1849 und 1958 betrug die heimische Kalkproduktion ca. 850.000 Scheffel mit einem Wert von 170.000 Taler. Der Kalk fand als Düngemittel in der Landwirtschaft, oder als Maurerkalk in der Bauindustrie Verwendung. Große Mengen Kalk wurden zur Erzverhüttung nach Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Troisdorf exportiert.
Die Fertigstellung der Bröltalstrasse mit der darauf verlaufende Schmalspurbahn im Jahre 1862 brachte leider nicht den erhofften weiteren Aufschwung. Viele kleine Unternehmer stellten im Laufe der folgenden Jahre ihren Betrieb ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden nur noch fünf Öfen befeuert. Als im Jahre 1954 die Bröltalbahn ihren Betrieb einstellte, war dies auch das Ende für die beiden letzten Kalköfen in Schönenberg und Herrenbröl.

Quelle: Günter Benz, Zur Geschichte der Kalkbrennerei bei Schönenberg und Ruppichteroth.