Organisation der Wasserversorgung
Deutschland ist aufgrund seiner geographischen Lage und Niederschlagssituation so wasserreich, dass der Wasserbedarf meist lokal oder regional gedeckt werden kann. Die Errichtung, Erhaltung und der Betrieb von Wasserversorgungsanlagen erfolgt in den meisten Bundesländern durch Kommunen, Unternehmen, Wassergenossenschaften, Wasserverbände und durch privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen.
Anders als in anderen europäischen Ländern, wo teilweise, wie in den Niederlanden, Konzentrationsprozesse staatlich beschleunigt wurden, ist in Deutschland die öffentliche Wasserversorgung bisher überwiegend kommunal geprägt und entsprechend den örtlichen Vorkommen organisiert. Trinkwasser gilt in Deutschland nicht als Handelsgut, sondern als das wichtigste Nahrungsmittel und es unterliegt daher strengem Schutz.
Wasser ist in Deutschland keine „Mangelware“. Die Hauptkosten für Trinkwasser im Haushalt sind Fixkosten für die Versorgungsleitungen und Bereitstellung des aufbereiteten Wassers. Diese Fixkosten werden auf die Verbrauchskosten umgelegt. Trinkwasser kostet in Deutschland im Durchschnitt etwa 1,50 Euro pro Kubikmeter. Für das entstehende Abwasser entstehen höhere Gebühren – zwischen 2 bis 3 Euro pro Kubikmeter. Diese Kosten fallen auch ohne Verbrauch an. Sollte der Wasserverbrauch stark zurückgehen, müssten trotzdem die Versorgungsleitungen regelmäßig gespült werden. Die Verbrauchskosten würden sich nicht wesentlich ändern, da die Abwasseraufbereitung, die Instandhaltung des Abwassersystems und der Kläranlagen weiterhin auf die Verbraucher umgelegt würde.

